Das Temperieren von Schokolade gehört zu den komplexesten technischen Prozessen, daher gelingt es nicht allen Anfängern auf Anhieb, die richtige Temperierung zu Hause zu beherrschen. In diesem Artikel erklären wir, wie man weiße, Milch- und Zartbitterschokolade richtig verarbeitet, worauf man beim Erhitzen und Abkühlen der Masse besonders achten sollte und wie man Schokolade zu Hause ohne Thermometer oder Marmorplatte temperiert.

Warum Schokolade temperieren?

Das Temperieren von Schokolade ist ein komplexer Prozess des allmählichen Erhitzens und Abkühlens der Masse, der zu bestimmten Veränderungen im Kristallgitter der Schokolade führt.

Temperierte Schokolade besitzt besondere Eigenschaften wie zum Beispiel:

  • korrekte, gleichmäßige Textur;
  • wunderschöner, glänzender Schimmer (ohne Zucker oder Fettfilm);
  • hoher Schmelzpunkt (die Produkte schmelzen nicht in den Händen);
  • schnelles Aushärten beim Abkühlen mit geringfügiger Volumenverringerung (die Produkte lassen sich leicht aus der Form entnehmen);
  • Beim Zerbrechen bleiben keine Krümel zurück.
Temperierte Schokolade
Für die Herstellung von voluminösen Schokoladenfiguren, aufwendigen Tortendekorationen und Zuckerglasuren ist temperierte Schokolade unerlässlich.

Das Prinzip des Härtens

Der Prozess der Schokoladenrekristallisation besteht aus drei Schritten:

  1. Erhitzen auf Schmelztemperatur.
  2. Abkühlung auf Kristallisationstemperatur.
  3. Die Masse wieder auf Betriebstemperatur erwärmen.

Die Temperaturtabelle unterscheidet sich für dunkle, Milch- und weiße Schokolade:

SchokoladensorteSchmelzpunktT-KristallisationT funktioniert
Schwarz (bitter)47-50℃27℃30-32℃
Milchsäure44-45℃25-26℃28-30℃
Weiß44-45℃25-26℃28-30℃

Die drei Phasen und die Temperatur, die während des Anlassprozesses unbedingt eingehalten werden muss, lassen sich in einem Diagramm deutlicher darstellen.

Temperaturregime zum Temperieren von Schokolade
Bitte beachten Sie! Ab einem bestimmten Zeitpunkt ist es entscheidend, die in der Tabelle und im Diagramm angegebenen Temperaturen einzuhalten, da bereits eine Abweichung von 1-2°C von den angegebenen Bereichen das ordnungsgemäße Temperieren der Schokolade verhindert.

Das Temperieren im industriellen Maßstab wird seit langem mit Hilfe automatisierter Anlagen durchgeführt, aber erfahrene Konditoren kennen Methoden, um zu Hause hervorragende temperierte Schokolade herzustellen.

Welche Art von Schokolade wird temperiert?

Bevor Sie zu Hause versuchen, weiße, Milch- oder Zartbitterschokolade zu temperieren, müssen Sie die richtige Basis wählen.

Nur Naturschokolade mit hochwertiger Kakaobutter kann temperiert werden! Schokoladentafeln mit Zusatzstoffen und luftige Schokolade eignen sich ebenfalls nicht für dieses Verfahren.
Süßwaren Schokolade

Als nächstes werden wir uns die grundlegenden Methoden ansehen, die heute sowohl von erfahrenen Konditoren als auch von vielen Hausfrauen angewendet werden.

Methode Nr. 1 – auf Marmor

Die klassische Methode erfordert eine spezielle Marmorplatte von mindestens 1 cm Dicke, um die Temperatur der Mischung während des Abkühlens präzise zu regulieren. Da eine Naturmarmorplatte recht teuer ist, wird diese Methode meist von erfahrenen Konditoren angewendet, die täglich große Mengen an Schokoladendekorationen oder besonderen Pralinen herstellen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Härten von Marmor.

Methode 2 – in der Mikrowelle

Wenn unerfahrene Hausfrauen nach Informationen suchen, wie man Schokolade zu Hause in kleinen Mengen (50-100 Gramm) temperiert, finden sie meist Empfehlungen zur Verwendung einer normalen Haushaltsmikrowelle.

Aber ist es wirklich möglich, die perfekte Schokoladenstruktur ohne Murmeln und ohne Thermometer zu erreichen? Ja, das ist möglich. Erfahrene Konditoren führten die Rekristallisation schon lange vor der Verfügbarkeit von berührungslosen Thermometern erfolgreich durch und konzentrierten sich dabei auf Konsistenz, Aussehen und Textur der Schokoladenmasse.

Das Wichtigste ist, diese Tipps zu befolgen:

  1. Die Schokolade in kurzen Intervallen von 10 Sekunden schmelzen.
  2. Die Mischung nach jedem Erhitzen gut umrühren.
  3. Schokolade sollte nicht über 45 °C (weiße und Vollmilchschokolade) bzw. 50 °C (Zartbitterschokolade) erhitzt werden.

Methode Nr. 3 – mit Mycryo-Kakaobutter

In diesem Fall erfolgt das Temperieren von weißer, Milch- oder Zartbitterschokolade nach einem etwas anderen Temperaturschema, da die Bildung eines neuen Kristallgitters eintritt, wenn stabile Ölkristalle von Mycryo der geschmolzenen Schokoladenmasse zugegeben werden.
Mycryo Kakaobutter

Die Methode ist äußerst wirtschaftlich und ermöglicht es, große Mengen Schokolade auf einmal zu temperieren.

Methode Nr. 4 – Verwendung von Callets

Heute kann man Schokoladenperlen (auch „Knöpfe“, „Tropfen“ oder „Culets“ genannt) in jedem Feinkostladen kaufen. Diese Perlen helfen nicht nur bei der Zubereitung von Schokoladenglasur, sondern tragen auch zur Normalisierung der Kristallstruktur der Schokolade bei.

Dieses Temperierverfahren wird auch als „Impfverfahren“ bezeichnet. Pralinenstücke sind Stücke industriell temperierter Schokolade. Durch die Kombination dieser Stücke mit geschmolzener, untemperierter Schokolade lässt sich die korrekte Kristallgitterstruktur erzielen.

Das Temperieren von Schokolade mit der Impfmethode (mit Hilfe von Callets) ist extrem einfach, daher ist diese Methode am besten für den Hausgebrauch geeignet.

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