Schon der Name des Desserts lässt die Fantasie anregen und verlockend klingen. Jeder stellt sich sein Lieblingsrezept vor: Eiscreme, Biskuitkuchen, Marmelade, Soufflé und vieles mehr. Und tatsächlich, Der Geschmack von Crème brûlée findet sich in nahezu jedem Dessert wieder.Die

Der Streit um den Ursprung des Rezepts für dieses Dessert tobt bis heute zwischen Spanien, England und Frankreich, obwohl es mittlerweile jedem Kind auf der Welt, wo Essen einen hohen Stellenwert hat, bekannt ist. England behauptet, das Dessert stamme aus dem 17. Jahrhundert und sei an einem College in Cambridge entstanden. Dort hieß es „Trinity Cream“ oder „gebrannte Cambridge-Sahne“. In Großbritannien hingegen behauptet man, selbst die Franzosen hätten dem Dessert den Namen „English Cream“ gegeben und damit seinen wahren Ursprung anerkannt.

Die Franzosen selbst können sich jedoch nicht auf Legenden, sondern auf Fakten berufen: 1691 erschien das Buch „Der Koch für Könige und Bürger“, das ein Rezept für Crème brûlée enthält. Die Katalanen sind sich allerdings ziemlich sicher, dass der Autor vor der Niederschrift Katalonien bereiste, das Rezept leicht abwandelte und es als französischen Schatz in sein Buch aufnahm.

In Spanien wird Crème brûlée immer noch „Catalana“ genannt. Dieses Rezept unterscheidet sich jedoch von der Crème brûlée selbst durch die benötigten Zutaten:

Crème Catalana wird mit Milch und Stärke, nicht mit Sahne, zubereitet. Zimt oder Zitronenschale dienen zum Aromatisieren, und durch das Kochverfahren ist kein Wasserbad nötig. Sind Crème Catalana und Crème Brûlée vielleicht doch unterschiedliche Desserts?

Geschichte der katalanischen Crème brûlée

Eines Tages besuchte ein Bischof das örtliche Kloster und sollte ihm den damals berühmten Flan servieren. Da die Köche jedoch nicht genügend Zeit hatten, das Gericht rechtzeitig vorzubereiten, musste die Zubereitung beschleunigt werden. Das Andicken mit Stärke funktionierte gut, doch das Kochen über offenem Feuer anstelle eines Wasserbads erschwerte die schnelle Zubereitung. Um zu verhindern, dass die kleinen Unvollkommenheiten des Desserts weitere Probleme verursachten, wurde es mit einer Zuckerkruste überzogen. Die erste Portion verbrannte dem Bischof die Haut, und er rief „Crema!“, um den Schmerz über die Verbrennung auszudrücken. So entstand der Name „Crema cremada“, der sich jedoch bald zu „Crema catalana“ wandelte.

In Anlehnung an das französisch inspirierte Rezept wurde Sahne anstelle von Milch und Stärke in die Creme gegeben und diese im Wasserbad statt über offenem Feuer gekocht. Das fertige Gericht wird mit Grand Marinier Likör serviert.

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Tatsächlich gibt es in Frankreich unzählige Varianten der Crème brûlée. Sie wird beispielsweise mit Milch, Rum, Lavendel, Schokolade oder Zimt zubereitet, warm oder kalt serviert, und es gibt sogar eine gesalzene Crème brûlée! Das Einzige, was immer gleich bleibt, ist die berühmte, dünne, goldene Kruste. Und in Frankreich heißt sie nicht mehr Crème anglaise; sie gilt heute als ein Gericht der gehobenen französischen Küche.

Geheimnisse und Regeln des Desserts

Wenn Sie Crème brûlée zu Hause zubereiten, sollten Sie einige Regeln beachten. Sie helfen Ihnen, das perfekte Rezept so genau wie möglich nachzuahmen:

  • Die Vanillecreme sollte ausschließlich mit sehr starker Sahne zubereitet werden, die mindestens 30 % Fett enthält. Je mehr Sahne Sie für das Dessert verwenden, desto besser.
  • Alle Zutaten für die Zubereitung der Creme sollten Zimmertemperatur haben.
  • Zum Backen verwenden Sie ofenfeste Keramik oder Glas.
  • Bereiten Sie kein Dessert zu, das schwerer als 120 Gramm ist.
  • Die Ofentemperatur sollte nicht höher als 170 °C eingestellt werden, da sonst das Eigelb gerinnt und das Dessert nicht gelingt.
  • Das Dessert ist fertig, wenn die Masse in der Form zu wackeln beginnt, aber noch nicht vollständig fest wird, sondern eine gewisse Konsistenz annimmt. Den Rest erledigt die Kälte, in die die Crème brûlée nach dem Backen gestellt wird.
  • Damit sich eine Kruste bildet, muss das Dessert abkühlen. Der Zucker, den man auf die Crème brûlée streut, zieht schnell in die Masse ein und verändert dadurch Geschmack und Form. Das lässt sich nicht vermeiden, also haben Sie Geduld.
  • Am einfachsten lässt sich eine Karamellkruste herstellen, indem man einen Topf mit einem Tropfen Wasser für ein paar Minuten auf den Herd oder den Grill stellt. Solange das Karamell noch warm ist, verteilt man es gleichmäßig über das Dessert.
  • Vanille kann durch Vanillezucker ersetzt werden, aber im Originalrezept wird eine Vanilleschote benötigt.
  • Das Dessert kann und sollte dekoriert werden. Minz- oder Zitronenmelissenblätter, Zuckerfiguren, Zuckerstreusel und Fruchtstücke eignen sich dafür.

Das Rezept selbst:

  1. 600 ml sehr fette Sahne
  2. 8 Eier
  3. Zucker 1/3 Tasse
  4. Vanille

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Dessert zubereiten

Trennen Sie das Eiweiß vom Eigelb, wobei Sie nur das Eigelb beiseite stellen und es mit Zucker gründlich schaumig schlagen. Bringen Sie die Sahne mit der Vanille zum Kochen, lassen Sie sie aber nicht kochen. Sobald die Mischung heiß ist, entfernen Sie die Vanilleschote. Falls Sie Vanillezucker verwenden, lassen Sie die Vanillesahne einfach einige Minuten stehen. Gießen Sie dann unter ständigem Rühren die Eigelbmischung mit dem Zucker in einem dünnen Strahl in die Sahne.

Den Topf mit der Sahne in ein Wasserbad stellen und zum Kochen bringen. 10 Minuten erwärmen lassen. Die Sahne schäumt oder blubbert im Wasserbad nicht, wie es auf dem Herd der Fall sein kann.

Für die nächsten Schritte benötigen Sie ein tiefes Backblech mit breitem Rand oder eine runde Auflaufform für Hähnchen oder Lasagne. Füllen Sie die Form mit etwa zwei Fingerbreit Wasser und stellen Sie Keramik- oder Glasförmchen hinein, um die fast fertige Crème brûlée darin zu halten.

Der Backofenboden sollte nicht wärmer als 170 °C (325 °F) sein. Die Sahne bleibt etwa eine halbe Stunde im Ofen. Anschließend die dicke Masse 4 Stunden, oder noch besser, über Nacht, im Kühlschrank kaltstellen.

Anschließend kommt der letzte Schritt: Bestreuen Sie die so entstandene Crème brûlée mit Zucker und stellen Sie sie in den Ofen unter das vorgeheizte obere Heizelement.

So entsteht echte Crème brûlée, die in vielen Ländern der Welt Gegenstand hitziger Debatten ist.

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Wenn Sie möchten, dass Ihr Rezept gelingt und Sie die Crème brûlée als Dekoration für Ihre Torte oder als Teil einer Eistüte verwenden, können Sie den letzten Schritt überspringen. Die Crème brûlée selbst, ohne Karamell, hat einen sehr feinen, cremigen und angenehmen Geschmack, der wohl mit keinem anderen vergleichbar ist. Sie können die Füllung zwischen Biskuitböden verteilen oder die Oberseite einer Geburtstagstorte pur mit der Crème brûlée verzieren oder mit Fruchtstücken und Konfetti garnieren. Geben Sie 4–5 Esslöffel Zucker und 3 Esslöffel Wasser in eine separate Schöpfkelle (mit Antihaftbeschichtung). Der Zucker kocht auf. Beim Aufkochen entsteht heißer Karamell, der unglaublich schnell abkühlt und in der gewünschten Form gefriert. Mit einem normalen Löffel können Sie aus dem Karamell feine Fäden ziehen oder ihn zu kunstvollen Mustern rollen, um die Crème brûlée zu dekorieren.

Für ein köstliches Eisdessert mit Crème brûlée benötigen Sie reichlich cremiges, reines Eis, verschiedene Nusssorten, insbesondere Cashewnüsse, und zur Geschmacksverfeinerung können Sie bunte Rosinen, Kirschen, Himbeeren oder Preiselbeeren hinzufügen.

Das Eis in Scheiben schneiden und den Boden einer Schüssel damit bedecken. Crème brûlée und eine Schicht vorbereiteter süßer Gewürze in die Mitte geben. Dann eine weitere Schicht Eis und eine Schicht Gewürze daraufgeben, anschließend noch einmal Crème brûlée. Zum Schluss eine Schicht Eis daraufgeben, mit Nüssen bestreuen und mit Sirup beträufeln. Schokoladensoße, Karamell, gekochte Kondensmilch oder Ahornsirup eignen sich alle gut.

In diesem Rezept eignet sich Crème brûlée als Croissant-Füllung. Dieses köstliche Dessert wird aus Blätterteig und Crème brûlée zubereitet. Mit verschiedenen Füllungsvarianten können Sie Ihre Lieben mit einem leckeren Gericht überraschen.

Die Teigschichten lassen sich leicht ausbreiten und sind in 15 Minuten im Ofen fertig. Alternativ können Sie Blätterteigtaschen oder -rollen vorbereiten und die köstliche Crème brûlée im Voraus darin verstecken. Sie verdirbt beim Erhitzen im Teig nicht und macht die Brötchen dadurch besonders zart und lecker. Unter der knusprigen Blätterteigkruste erwartet Sie der cremige Geschmack der Crème brûlée und sorgt für eine festliche und fröhliche Atmosphäre bei Ihren Gästen.