Das strahlende Osterfest ist neben Weihnachten das wichtigste Fest im Christentum. Dieser Tag ist ein Grund zur Freude für jeden Gläubigen – die Auferstehung Christi. Die Rückkehr des Sohnes Gottes von den Toten symbolisiert den Triumph des Glaubens und des Lebens, den Sieg über Sünde und Verderbnis und den Beginn der neuen Reise der Menschheit hin zu Gott.

Das christliche Osterfest ist reich an Traditionen und birgt unzählige verborgene Symbole. Zu den wichtigsten Symbolen des Ostersonntags gehören Eier und Osterkuchen (Paskas). Diese Bräuche sind seit der Antike überliefert. Doch nur wenige kennen die Ursprünge des Brauchs, Eier zu färben und Kulitsch (Osterkuchen) für diesen Tag zu backen.

Warum färben die Menschen zu Ostern Eier?

Über den Ursprung des Ostereierfärbens gibt es unzählige Ansichten. Priester, Theologen, Historiker und Kulturwissenschaftler haben sich mit dieser Frage auseinandergesetzt. Jede dieser Disziplinen hat ihre eigene Sichtweise auf den Ursprung, die Verbreitung und die Symbolik dieses Brauchs. Es ist schwer zu sagen, welche Legende glaubwürdiger ist. Man kann jedoch davon ausgehen, dass Ostereier mit einer Mischung aus verschiedenen Farbstoffen gefärbt werden.

Warum färben Menschen Eier zu Ostern? – Foto

Die erste Erwähnung von Kraschenki (bemalten Eiern) zu Ostern findet sich in Pergamenthandschriften aus dem 10. Jahrhundert n. Chr. Sie werden in der Bibliothek des Klosters der Heiligen Anastasia in Griechenland aufbewahrt. Das Dokument enthält eine heilige Urkunde, die mit folgendem Satz endet: „Nach dem Ostergottesdienst lest das Gebet zur Segnung von Eiern und Käse. Verteilt dann die gesegneten Eier an die Gläubigen mit den Worten ‚Christus ist auferstanden!‘“

Der Abt konnte einen Mönch bestrafen, der sich weigerte, am Ostersonntag ein rotes Ei zu essen. Es gibt Hinweise darauf, dass die Geschichte des Ostereis bis in die Zeit von Maria Magdalena zurückreicht. Der Brauch des Färbens wird seit über 2000 Jahren gepflegt.

Wie Ostern entstand

Die Geschichte des Pessachfestes reicht bis in die vorchristliche Zeit zurück. Die alten Juden feierten als Erste Pessach (hebräisch: פֶּסַח – vorübergegangen, vorübergegangen). An diesem Tag wurde das jüdische Volk endgültig von der ägyptischen Unterdrückung befreit. Vierzig Jahre lang wanderten sie durch die trockene Sinai-Wüste, bis Gott das Rote Meer vor ihnen teilte. Juden betrachten diesen Moment als den Übergang in ein neues, freies Leben, über das allein Gott herrscht.

Viel später entstand in der christlichen Tradition das Fest der Auferstehung Christi, das Osterfest. Es markierte einen besonderen Übergang für alle Gläubigen. Dieser Übergang vollzog sich jedoch auf einer spirituellen Ebene: von der Sünde zur Buße, von der Finsternis zum Licht, vom Tod zum Leben, vom Unglauben zum Glauben. Er verkörperte sich in der Auferstehung Jesu Christi, der alle Sünden und alles Leid der Menschheit auf sich nahm.

Wie Ostern entstand – Foto

Das Ei als Symbol des Feiertags

Der Ursprung des christlichen Symbols liegt in den jahrtausendealten Bräuchen verschiedener Religionen weltweit. Das Ei gilt seit jeher als Symbol des Lebens, da seine feste Schale einen winzigen Embryo birgt, aus dem eines Tages ein Küken schlüpft.

Schon vor dem Christentum glaubte man, Eier besäßen magische Kräfte. Bei Ausgrabungen antiker Gräber finden Archäologen sowohl echte Eier als auch solche aus verschiedenen Materialien. Offenbar symbolisierten Eier für die Menschen der Antike Reinheit und die Geburt neuen Lebens.

Mit dem Aufkommen des Christentums und später seiner Abspaltung, der Orthodoxie, erhielt das Ei eine neue Bedeutung. In erster Linie wurde es zum Zeichen für das leibliche Erscheinen Christi, zum Symbol großer Freude für die Gläubigen.

Das Osterei symbolisiert auch das Heilige Grab. Denn der Stein, mit dem der Eingang zur Höhle, in der Jesus begraben wurde, versiegelt wurde, hatte die Form eines Eis. Für Christen ist das Osterei daher eine Erinnerung an die Auferstehung Jesu Christi, die Erlösung und das ewige Leben.

Das Ei als Symbol für Ostern – Foto

Nach christlicher Tradition sollen Ostereier am Gründonnerstag gefärbt und verziert werden. Dieser Tag ist dem Putzen und Aufräumen des Hauses, dem Kneten von reichhaltigem Teig und dem Backen von Osterkuchen sowie dem Bemalen von Ostereiern gewidmet. Es heißt, wenn die Hausfrau all dies rechtzeitig erledigt, bleiben ihrer Familie das ganze Jahr über Sorgen und Nöte erspart.

Neben Eiern ist auch das Osterbrot Kulitsch von besonderer Bedeutung. Es handelt sich um ein Gebäck aus Weizenteig mit Rosinen und kandierten Früchten. Die Symbolik dieses hohen, luftigen Gebäcks lässt sich vielfältig deuten. Man sagt, je höher das Brot, desto fruchtbarer das Jahr. Geistliche hingegen sehen im Kulitsch das Fleisch Christi und den Beginn des Lebens. Das Vorhandensein von Kulitsch auf dem Ostertisch symbolisiert die unsichtbare Gegenwart Jesu in den Häusern der Gemeindemitglieder, die damit ihre Liebe und ihren Respekt vor dem Erlöser zum Ausdruck bringen.

Die Bedeutung der roten Farbe in Ostereiern

Der christliche Brauch, Ostereier zu färben, wird oft damit erklärt, dass das rote Osterei mit dem leeren Grab des auferstandenen Christus in Verbindung gebracht wird. Genauer gesagt, mit dem Stein, der mit seinem Märtyrerblut getränkt ist, das er freiwillig zur Vergebung der Sünden der gesamten Menschheit vergoss. Es dient auch als Erinnerung an die Auferstehung Christi und sein Leiden für die Sünden der Menschheit.

Die gängigste Version unter den Gemeindemitgliedern besagt, dass die Tradition auf die Jüngerin Jesu, Maria Magdalena, zurückgeht, die ihr ganzes Leben der Verkündigung des christlichen Glaubens widmete. Als Jesus von den Toten auferstand, ging das Mädchen zu Kaiser Tiberius, um ihm von dem Wunder zu berichten. Da nur Gäste mit Opfergaben den Herrscher sehen durften, nahm Maria Magdalena das Einzige, was sie besaß – ein gewöhnliches Hühnerei. Als sie Tiberius von der Auferstehung des Erlösers erzählte, glaubte der Kaiser ihr nicht. Er lachte und sagte, es sei so schwer zu glauben, als würde sich ein weißes Ei in den Händen eines Mädchens rot färben. Nach dieser Aussage färbte sich die Schale blutrot. Der Kaiser rief aus: „Er ist wahrhaftig auferstanden!“ Zu Ehren von Maria Magdalena begannen die Menschen an diesem Tag, bemalte Eier (Krashenki) herzustellen.

Eine weitere Legende über rote Eier zu Ostern erzählt von einem jüdischen Essen, das drei Tage vor Christi Auferstehung stattfand. Einer der Gäste erinnerte die Anwesenden an die Prophezeiung. Die anderen lachten ihn daraufhin aus und bemerkten, es sei wahrscheinlicher, dass ein Huhn auf dem Tisch zum Leben erwachte oder Eier sich rot färbten, als dass ein Auferstehungswunder geschähe. Im nächsten Moment gackerte das Huhn, und bunte Eier lagen auf dem Tisch.

Die Bedeutung der roten Farbe von Ostereiern – Foto

Legenden weisen auf einen anderen Ursprung des Brauchs der Kraschenki-Herstellung hin. Diese Tradition soll bis in die Zeit der heidnischen Götter zurückreichen. Rote Ostereier ehrten einen der Hauptgötter des alten slawischen Pantheons – Jarilo, den Sonnengott. Die Slawen verehrten die Sonne. Ihre warmen, frühlingshaften Strahlen kündigten das Ende der kalten Jahreszeit und das Erwachen der Natur nach den langen, strengen Winterfrösten an.

Anhänger einer neuen Theorie vertreten die Ansicht, dass das Färben von Eiern gar keine Tradition, sondern eine praktische Lösung für ein alltägliches Problem darstellt. Die ersten Erwähnungen der Fastenzeit datieren aus der Zeit Moses. Schon damals verzichteten die Menschen auf tierische Produkte, darunter auch Hühnereier. Diese Eier sammelten sich an, was das Problem der Trennung alter von frischen Eiern verursachte. Daher wurden alte Eier gekocht, um ihre Haltbarkeit zu verlängern, und anschließend gefärbt, wodurch sie besser sichtbar waren. Rot war die gebräuchlichste Farbe zum Färben der Eierschalen, da sie am einfachsten zu beschaffen war – sie wurde aus Zwiebelschalen gewonnen.

Nach römischem Glauben legte eine Henne am Geburtstag von Kaiser Marcus Aurelius (121 n. Chr.) ein Ei mit roten Punkten. Dies galt als Glückszeichen. Daraufhin begannen die Römer den Brauch, sich zu Ostern gegenseitig bunte Eier zu schenken.

Video: Erzpriester Georgi Vlasenko über Ostereier und Kulitsch

In einem Interview mit dem Fernsehsender Mir Belogorya erklärte der Rektor der Johannes-des-Täufers-Kirche in Sewerny, warum man an Ostern Eier und Kulitsch (Osterkuchen) isst. Erzpriester Georgi Wlasenko erzählte die Geschichte, wie der Brauch des Eierfärbens für diesen Tag entstand. Die Zuschauer erfahren außerdem, welches Gericht an diesem Tag die größere Bedeutung hat: Paska oder Kulitsch? Worin unterscheiden sich die beiden Speisen? Und warum hat nur die eine eine sakrale Bedeutung, während die andere lediglich ein süßes Dessert zum Fastenbrechen ist?

Farbsymbolik des Ostereis

Anfangs wurden Kraschenki nur rot bemalt – als Symbol für das Blut Christi. Später erweiterte sich die Farbpalette der Kraschenki, und neben der Farbe wurden auch Muster und Designs auf die Eier aufgebracht. So entstanden die Pysanky.

Krashenki sind gekochte und gefärbte Eier. Pysankas sind hohle, verzierte Eier. Früher waren Pysankas mehr als nur festliche Dekorationen, sie galten als wahre Meisterwerke der Volkskunst. Nur ein wirklich talentierter Kunsthandwerker kann ein Osterei meisterhaft verzieren.

Symbolik der Ostereierfarben – Foto

Pysanky werden heutzutage nur noch selten zu Ostern hergestellt. Meistens fertigen Hausfrauen Kraschenki an, oft mit verschiedenen Farbkombinationen auf den Muscheln. Die Wahl der richtigen Farbe sollte sorgfältig erfolgen, da jede Farbe ihre eigene magische Bedeutung hat:

  • Gelb – Sonne und Wohlbefinden;
  • Grün – Natur und Leben;
  • Blau – Himmel und Gesundheit;
  • Braun – Erde und Fruchtbarkeit;
  • Weiß – Reinheit und Unschuld.

Um jemandem Gesundheit, familiäres Wohlergehen, Wohlstand, Glück und Erfolg zu wünschen, muss man ein bemaltes Ei schenken, das 5-6 Farben kombiniert.

Die Verwendung von Schwarz und Grau ist jedoch strengstens untersagt. Vermeiden Sie außerdem die Verwendung eines Tring-Musters, dessen Enden entgegen der Sonneneinstrahlung auf die Eier gebogen sind.

Wie bemalt ihr eure Ostereier normalerweise? Sind es einfarbige Kraschenki oder Pysanky mit aufwendigen Verzierungen? Teilt eure Gedanken in den Kommentaren.